Du hast deinen Fischereischein in der Tasche – jetzt fehlt noch der Erlaubnisschein für das Gewässer, an dem du tatsächlich angeln möchtest. Hier die wichtigsten Wege, wie du ihn bekommst.
Wer stellt den Erlaubnisschein aus?
Der Erlaubnisschein wird nicht von einer Behörde ausgestellt, sondern vom jeweiligen Fischereirechtsinhaber oder Pächter des Gewässers – meist ein Angelverein, eine Fischereigenossenschaft oder ein privater Bewirtschafter. Jedes Gewässer hat seinen eigenen Ausgabeweg, es gibt kein zentrales Bayern-weites System für alle Gewässer.
Weg 1: Über einen Angelverein
Der klassische und meist günstigste Weg: Du wirst Mitglied in einem Angelverein, der eigene Gewässer bewirtschaftet oder gepachtet hat. Mit der Mitgliedschaft bekommst du in der Regel Zugang zu den Vereinsgewässern über eine Jahreskarte. Neben der Jahresmitgliedsgebühr fällt meist eine zusätzliche Gebühr für die Gewässerkarte an – in Bayern können beide zusammen durchaus mehrere hundert Euro im Jahr ausmachen, dafür angelst du dann aber oft an mehreren Gewässern im Verbund.
Weg 2: Tageskarten ohne Vereinsmitgliedschaft
Viele Vereine und Bewirtschafter geben auch Tageskarten an Nicht-Mitglieder aus – eine gute Möglichkeit, ein Gewässer erst einmal auszuprobieren, ohne dich langfristig zu binden. Tageskarten kosten in Bayern meist zwischen 10 und 30 Euro, gelten aber jeweils nur für den angegebenen Tag – spontanes Losangeln am selben Tag ist damit nicht immer möglich, meist muss vorab organisiert werden.
Weg 3: Direkt vor Ort kaufen
Erlaubnisscheine werden häufig bei örtlichen Angelgeschäften, in manchen Fällen sogar bei Gasthäusern in Gewässernähe verkauft. Dein Fachgeschäft vor Ort kennt in der Regel die verfügbaren Gewässer und Ausgabestellen in seiner Umgebung.
Weg 4: Online kaufen
Seit Herbst 2018 ist der Online-Verkauf von Erlaubnisscheinen in Bayern rechtlich zulässig. Über Plattformen wie hejfish oder ähnliche Anbieter kannst du für viele – wenn auch nicht alle – bayerischen Gewässer deinen Erlaubnisschein bequem online erwerben, oft rund um die Uhr und innerhalb weniger Minuten. Du bekommst die Karte dann entweder als Ausdruck oder als digitale Handy-Angelkarte. Ob dein Wunschgewässer online verfügbar ist, hängt davon ab, ob der jeweilige Bewirtschafter mit einer solchen Plattform zusammenarbeitet.
Nicht jedes Gewässer ist frei zugänglich
Wichtig zu wissen: Ein Erlaubnisschein steht nicht automatisch für jedes Gewässer zur Verfügung. Manche Gewässer sind privat und werden gar nicht öffentlich beangelt, egal wie viel du dafür zahlen würdest. Andere sind vereinsexklusiv – sie werden ausschließlich an Vereinsmitglieder vergeben, ohne Möglichkeit für Nicht-Mitglieder, dort auch nur eine Tageskarte zu bekommen. Und selbst bei grundsätzlich zugänglichen Gewässern gilt oft ein begrenztes Kartenkontingent: Ist die festgelegte Höchstzahl an Erlaubnisscheinen für einen Tag oder eine Saison bereits vergeben, bekommst du auch dann keine Karte mehr, wenn das Gewässer prinzipiell für Gäste offen ist. Rechne bei attraktiven oder bekannten Gewässern deshalb damit, dass du dich rechtzeitig informieren oder sogar auf eine Warteliste setzen lassen musst – ein spontaner Angeltag ist nicht überall garantiert.
Worauf du beim Erwerb achten solltest
- Du musst in der Regel den Besitz deines gültigen Fischereischeins nachweisen – manche Anbieter verlangen sogar das Hochladen als Kopie.
- Der Erlaubnisschein legt fest, welche Fischarten und Fangmethoden am jeweiligen Gewässer erlaubt sind, und kann die gesetzlichen Schonzeiten und Schonmaße zusätzlich verschärfen. → Schonzeiten und Mindestmaße in Bayern – die Tabelle
- Du musst den Erlaubnisschein beim Angeln immer mitführen und auf Verlangen vorzeigen können.
Häufige Fragen zum Erlaubnisschein
Nein, der Erlaubnisschein gilt nur für das konkrete Gewässer, für das er ausgestellt wurde – für jedes weitere Gewässer brauchst du einen eigenen. → Fischereischein, Angelschein, Erlaubnisschein – die Unterschiede
Bei regelmäßigem Angeln am selben Gewässer meist ja – bei gelegentlichem oder wechselndem Angeln können Tageskarten die flexiblere und günstigere Option sein.
Ja, viele Bewirtschafter bieten auch Jahreskarten für Nicht-Mitglieder an – die Verfügbarkeit hängt vom jeweiligen Gewässer ab.
